Private Pflegeversicherung

Die Pflege von älteren und kranken Menschen ist teuer – schon jetzt kann die gesetzliche Pflegeversicherung nicht alle Pflegekosten decken.

So zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung für einen pflegebedürftigen Menschen in der Pflegestufe 3 rund 1.500 Euro; ein Platz im Pflegeheim schlägt aber im Schnitt mit 3.200 Euro zu Buche. Selten ist die Rente hoch genug, um für die Kosten aufzukommen.

Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen müssen dann auf das Ersparte zurückgreifen, um diese Versorgungslücke zu schließen. Angesichts dieser Entwicklung ist es wenig verwunderlich, dass die Nachfrage nach einer privaten Pflegeversicherung in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Seit 2013 gibt es den sogenannten Pflege-Bahr, benannt nach dem verantwortlichen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: Der Staat fördert die private Pflegeversicherung, wenn gewisse Bedingungen gegeben sind.

Pflege-Bahr lohnt sich nicht immer

Mit 5 Euro im Monat fördert der Staat die private Pflegeversicherung, wenn der Versicherte mindestens 10 Euro im Monat einzahlt und im Vertrag eine spätere Leistung von mindestens 600 Euro in der Pflegestufe 3 vorgesehen ist.

Eine höhere Leistung ist in den meisten Tarifen, die mit dem Pflege-Bahr gefördert werden, aber selten vorgesehen. Kritiker der Pflege-Bahr-Versicherungen wie die Stiftung Warentest bemängeln daher, dass die Pflege-Bahr-Versicherung im Ernstfall die entstehenden Kosten nicht abdecken kann. Deutlich höhere Zahlungen im Pflegefall leisten hingegen Versicherungstarife, die nicht staatlich gefördert werden.

Dafür sind aber auch die Kosten für eine solche nicht geförderte private Pflegeversicherung höher. Auch können bei den nicht geförderten Verträgen Kunden aufgrund von Vorerkrankungen oder hohen Alters abgelehnt werden.

Keine Gesundheitsprüfung bei der Bahr-Pflegeversicherung

Der große Vorteil der Pflege-Bahr-Versicherung besteht darin, dass beim Abschluss des Vertrages Alter und Gesundheitszustand sowie eventuelle Vorerkrankungen keine Rolle spielen dürfen. Jeder hat das Recht, für sich einen solchen staatlich geförderten Vertrag abzuschließen.

Niemand darf abgelehnt werden – auch Risikozuschläge oder der vertragliche Ausschluss von Leistungen sind verboten. Von diesen Bestimmungen profitieren vor allem alte Menschen oder Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Erkrankungen. Während ihnen der Weg in eine private Pflegeversicherung meist versperrt war, hat ihnen der Pflege-Bahr nun einen Weg erschlossen, doch noch für den Fall vorzusorgen, dass sie pflegebedürftig werden.

Unabsehbare Beitragsentwicklung

Ob man sich für die staatlich geförderte Pflege-Bahr oder eine private Pflegeversicherung ohne staatliche Förderung, aber mit höheren Leistungen im Ernstfall entscheidet:

Man sollte nicht zu früh damit beginnen. Denn die Beitragsentwicklungen der Pflegeversicherung sind nicht absehbar. So sind die Versicherungen sind in der Regel berechtigt, den Beitrag zu erhöhen, wenn die Ausgaben für Pflegefälle höher ausfallen als kalkuliert. Es ist allerdings kaum möglich, hierüber eine zuverlässige Prognose zutreffen. Es ist daher empfehlenswert, vor dem 40. Lebensjahr keine private Pflegeversicherung abzuschließen.

Zu lange warten sollte man mit dem Vertragsabschluss jedoch auch nicht, weil die meisten Versicherungsverträge eine Wartezeit von fünf Jahren vorsehen.

Weitere interessante Informationen:

  1. Private Rente
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